Wenn Engel gefallen sind - wirds menschlich ...
Wenn Engel gefallen sind - wirds menschlich ...
Pia Carmen Clavadetscher
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Durch einen schweren Autounfall, der mich völlig unvorbereitet und mit nachhaltiger Vehemenz aus meinem angestammten Leben herausgerissen hat, lernte ich über einen Zeitraum von nun mehr 16 Jahren zig Therapien kennen, die für sich alleine betrachtet, keine wirkliche Verbesserung meiner Befindlichkeit bewirken konnten, erst in ihrer Summe und im Speziellen durch meine erlebbare Art der Interpretation meines SEINs, stellte sich ein physisch-psychischer Zustand ein, der sich auf der einen Seite noch immer weit weg von der landläufigen Begrifflichkeit „geheilt“ befindet, den ich aber auf der anderen Seite jedoch so annehmen kann.

Bedingt durch mein Schädelhirntrauma bin ich nicht mehr in der Lage, etwas Neues zu lernen, dessen theoretischer Inhalt ich jederzeit abrufen und damit reproduzierbar zur Verfügung habe. So blieb mir als ein erster Schritt in den oben genannten annehmbaren Zustand nichts anderes übrig, mich so anzunehmen, wie ich bin bzw. es mein jeweiliger Zustand mir gerade erlaubt, so war und bin ich noch immer „gezwungen“ mich völlig auf meine Sinne einzulassen, die mir den Weg zu mir selbst und damit zu meinem Verständnis meines SEINs öffneten – so lernte ich mich wie ein Blinder, auf dem Parkett des Lebens tastend zu bewegen und zu orientieren.

Dabei musste ich peu à peu wieder lernen, mich nicht mehr nur einseitig auf theoretisch abrufbares Wissen, welches mit den bekannten Ausnahmen so seine liebe Mühe bekundet, verlassen zu wollen, sondern meine tastenden Sinne transformierten sich zunehmend in ein grenzenlos sensorisches Instrumentarium, welches den sinnbildlichen Vergleich mit einem Blindenstock durchaus standhalten könnten.

Mittlerweile würde ich meine Hände als Antennen meiner Seele bezeichnen, die sich ihren Weg, wie von Zauberhand geführt, suchen und dabei in den meisten Fällen den Ort ertasten, der meine Art der Hilfe gerade am dringensten bedarf.

Aus dem Wunsch heraus noch einmal so etwas wie einen Beruf zu erlernen und aus dem Blickwinkel einer scheinbar „gesunden“ Gesellschaft nicht völlig nutzlos zu sein, entstand meine massierende Berufung.

Meine ersten Schritte in der Welt der einfühlenden Berührungen waren nicht sonderlich spektakulär und nahmen naturgemäss in einer klassischen Massageausbildung ihren „normalen“ Anfang. Mehr und mehr jedoch erkannte ich, dass jeder Körper basierend auf seiner individuellen Geschichte seine eigene Sprache entwickelt hat und sich einer individuellen Form des kommunikativen Ausdrucks bedient, um das auszudrücken, was, etwas platt ausgedrückt, gerade so innerlich abgeht.

Daher war und ist meine Arbeit der Sprache unseres Körpers gewidmet, in der ich mit jedem neuen Körper, der sich unter meine suchenden Hände „getraut“, in einen reflektierenden Lehrprozess eingebunden bin, um den Dialekt der bisweilen völlig aus der Bahn geworfenen Menschen in seinen mannigfaltigen Erscheinungsformen noch besser verstehen zu können.

So darf ich mit Fug und Recht behaupten, dass meine Art der Massage sich nicht nur auf die rein physische Befindlichkeit des Menschen bezieht und beschränkt, sondern sie versucht in die unsichtbaren Tiefen der psychisch-mentalen Ursächlichkeit unseres verspannten SEINs vorzustossen, um das wieder in den Fluss des Lebens zu bringen, was in Bewegung kommen will.

Diese spezielle Arbeitsweise ist zugleich Ausdruck meines plutonianischen Wesens, welches einer Giesskanne gleich, frisches Wasser in das ausgetrocknete Bachbett unseres Lebens bringen will.

Weil ich mich als Grenzgängerin der dualen Welten betrachte und meinen eigenen Weg des Heils gehe, falle ich logischer- und verständlicherweise aus der sogenannten Norm und bin daher nicht Krankenkassen anerkannt.

Stationen meiner Ausbildung
Facetten meines Wesens Teil 1
Mein Reich
Wer bin ich?